Die Gleichtemperierte Stimmung ist unsere aktuelle Stimmung. Sie hat den Vorteil, dass man in allen Tonarten gleichermaßen spielen kann.
Die Geschichte der Musik ist von Toleranzen bestimmt. Diese Aussage erklärt sich vor dem Hintergrund, dass Musik anfangs mehr Theorie als Praxis war. Musik war genau genommen Mathematik. Daher empfand man es als besonders unangenehm, dass Pythagoras einen Rechenfehler entdeckte. Wenn man nämlich 7 reine Oktaven addiert und davon 12 reine Quinten abzieht, dann müsste eigentlich Null herauskommen. Aber es bleibt ein kleiner Rest. Dieser Rest bekam die Bezeichnung Pythagoräisches Komma.
Zu dem Thema Gleichtemperierte Stimmung Sind Toleranz und Kreativität miteinander verbunden?Das Pythagoräische Komma wurde bei den historischen Stimmungen so verteilt, dass in einigen Tonarten die hauptsächlich verwendeten Intervalle annähernd rein gestimmt waren. Diese Vorgehensweise hatte den Nachteil, dass nicht alle Tonarten verwendbar waren. Im Lauf der Zeit wurde die Musik toleranter, nein die Musiker gingen toleranter mit dem Fehler um. Es wurden immer mehr Kompromisse zugunsten der Verwendbarkeit aller Tonarten zugelassen. Johann Sebastian Bach widmete diesem Fortschritt das "Wohltemperierte Klavier". Genau genommen war sein Werk eine ganz ausgezeichnete Werbung für den letzten Schritt auf dem Weg zu unserer Gleichtemperierten Stimmung, nämlich eine Werbung für die so genannte Wohltemperierte Stimmung.
Bei der Gleichtemperierten Stimmung wird das Pythagoräische Komma gleichmäßig auf jeden Halbtonschritt verteilt. Außer der Oktave gibt es bei dieser Stimmung demnach keine reinen Intervalle.
Laut dem Neurologen Manfred Spitzer (Titel: "Mozarts Geistesblitze") ist die Reinheit der Oktave nur eine willkürliche Festlegung. Tatsächlich kann im Zusammenhang mit der Spreizung die Reinheit der Oktave in Frage gestellt werden. Zum Beispiel im Rahmen von Konzertstimmungen wird diese Grenze bereits zugunsten der jeweiligen Zielstellung überschritten.
Der Hinweis auf die Anwendung der Stimmung anlässlich eines Konzerts verrät, dass diese Art zu stimmen eine Rarität ist. Das verleiht dieser Stimmung einen exklusiven Charakter. Gleichzeitig verschleiert der Mythos des Sagenhaften den konkreten Blick auf die Technik der Stimmung. Grenzüberschreitungen tragen ja immer etwas Geheimnisvolles in sich. Die Erweiterung des Bestehenden muss sich daran messen lassen, ob es auf diesem Weg gelingt, den Hör-Lust-Faktor zu steigern. Wenn das der Fall ist, wird aus dem Geheimnis ein Wunder und dann verteilt unser Hörzentrum gerne die Bewertung SAGENHAFT!
Meiner Ansicht nach gibt es gute Gründe, diese Super-Stimmung gerade Ihnen, den aktiven Klavierspielern anzubieten. Denn es geht doch vor allem um die positive Wirkung dieser Stimmung.
Hinweis: Mehr Informationen zu sowie Hörbeispiele von historischen Stimmungen finden Sie unter dem folgenden Link www.praeludio.info.
Zu den Themen Stimmen nach Gehör Worauf hört eigentlich ein Klavierstimmer?Der Klavierstimmer hört beim Stimmen auf die so genannten Schwebungen. Diese sind definiert als das An- und Abschwellen der Lautstärke von zwei Tönen, die nahe beieinander liegen.
Haben Sie bislang geglaubt, zwei Töne wären entweder als ein Ton oder eben als zwei verschiedene Töne hörbar, so erfahren Sie nun, dass es dazu noch zwei Zwischenstufen gibt:
Diese beiden Zwischenstufen im Übergang von einem zu zwei verschiedenen Tönen verleihen dem Klang des einzelnen Tons eine leichte bis starke Schärfe. Das Gegenteil ist der präzise Ton, der einen
und daher angenehm zu hörenden Klang besitzt.
Wie beim Thema der Gleichtemperierten Stimmung erwähnt, werden die Intervalle nicht ganz rein gestimmt. Das heißt, die Intervalle müssen mehr oder weniger schweben. Das Kunstwerk der Gleichtemperierten Stimmung beinhaltet daher klanglich die so genannte natürliche Brillanz der Stimmung. Wenn man sowohl die Verteilung des Pythagoräischen Kommas sowie die Spreizungskurve ideal miteinander in Einklang bringt, dann ist das quasi der Bonus, den man erreichen kann. Grundsätzlich kommt es bei der Gleichtemperierten Stimmung darauf an, dass z.B. alle Terzen in allen Tonarten gleich schweben. Daher nennt man die Gleichtemperierte Stimmung auch Gleich-Schwebende Stimmung.
Um also ein Klavier gleichtemperiert stimmen zu können, muss man nicht nur Schwebungen hören. Zusätzlich muss man auch wissen, welche Intervalle wie schnell bzw. langsam schweben sollen. Denn die Gleichtemperierte Stimmung soll es ermöglichen, dass Sie in allen Tonarten spielen und folglich auch beliebig zwischen den Tonarten wechseln können.
Zu den Themen Stimmen nach Gehör Welche Vorstellung haben Sie von einer Teiltonspreizung?Hintergrundwissen: Der Ton eines akustischen Instruments besteht aus einem Grundton sowie den so genannten Obertönen. Die Obertöne sind die ganzzahligen Vielfachen der Frequenz des Grundtons. Dieses komplexe Klanggebilde eines akustischen Instruments nenne ich Voll-Wert-Klang! Denn gerade die Vielschichtigkeit des natürlichen Tons empfindet unser Gehör als eine reizvolle Herausforderung.
Der typische Klang eines Instrumentssetzt sich aus der spezifischen Kombination der Obertöne zusammen.
Das Klavier hat nun im Vergleich mit anderen Saiteninstrumenten die folgende Besonderheit: Da die Töne mit Filzhämmern angeschlagen werden, muss die Klaviersaite einen höheren Widerstand bieten. Das heißt, die Klaviersaite hat aufgrund ihrer höheren Festigkeit eine größere Steifigkeit. Die Steifigkeit der Klaviersaite führt zu einer leichten Spreizung der Obertöne.
Unsere Seele braucht Streicheleinheiten. Musik entspannt. Harmonie in Musik übersetzt heißt Konsonanz. Die Konsonanz fördert folglich unsere Entspannung. Daher wollen unsere Ohren Konsonanz hören, damit wir uns innerlich harmonisieren können! Wir wissen heute, dass sich Konsonanz zwischen mehreren Tönen ergibt, wenn diese Töne in ihren Obertönen übereinstimmen. Daher muss man die Oktaven eines Klaviers nicht rein sondern in Übereinstimmung der Obertöne mehr oder weniger gespreizt stimmen.
Zu den Themen Stimmen nach Gehör Inwiefern weichen Klaviere in der Stimmbarkeit voneinander ab?Wie soeben festgestellt, muss man ein Klavier aufgrund der Spreizung der Obertöne auch hinsichtlich der Oktaven gespreizt stimmen. Das Problem ergibt sich nun daraus, dass es sich um die Spreizung der Obertöne innerhalb der einzelnen Klaviersaite handelt. Das bedeutet, dass der Grad der Spreizung im Wesentlichen abhängt von
der beim jeweiligen Klavier verwendeten Saiten.
Interessanterweise wird in der Literatur auch das so genannte Elastizitätsmodul des Saitenstahls erwähnt. Das ist zwar im Klavier nicht mehr zu messen. Aber dieser Hinweis erklärt, warum es bei manchen Klavieren zu erheblichen Abweichungen von der Norm kommt. Diese Abweichungen von der Norm wirken sich zum einen beim Stimmen und zum anderen auch bei der Stimmhaltung aus. Wichtig ist an dieser Stelle die Feststellung, dass vor allem das Stimmen mit einem Stimmgerät durch diese teilweise erheblichen Abweichungen von der linearen Berechnung der Spreizungskurven erschwert wird. Im Allgemeinen kann man zusammenfassend feststellen:
Kleine Klaviere haben eine andere Spreizungskurve als große Klaviere! Wer noch das Stimmen nach Gehör gelernt hat, der kann diese Unterschiede zwischen den verschiedenen Klavieren ausgleichen.
Anmerkung: Sicher ist nach den bislang genannten Punkten nachvollziehbar, dass eine gute Klavierstimmung ein Kunstwerk ist. Denn um eine gute Stimmung zu erreichen, muss man nicht nur Schwebungen hören sondern als Kriterium der Feinabstimmung auch die Übereinstimmung von Obertönen wahrnehmen können. Dass dies teilweise völlig neue Hörerfahrungen sind, können alle berichten, die bereits an einem Praktikum im Selberstimmen teilgenommen haben.
Zu den Themen Stimmen nach Gehör Schwingungen, Schwebungen und Nebenschwebungen. Blicken Sie noch durch?Aufgrund meiner Ausführungen ist nun klar, dass sich jedes weitere Geräusch leistungsmindernd auswirkt. Doch ruhige Umgebungsbedingungen sind die Ausnahme. Der Klavierstimmer muss lernen, beim Stimmen störende Geräusche zu filtern. Die möglichen Störungen sind vielfältig und unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, ob sie erklärbar sind oder nicht. Zum Beispiel sind Geräusche des Alltags erklärbar. Wenn jedoch nicht nur im Ton sondern auch noch innerhalb einzelner Saiten fremde Schwebungen als so genannte Neben-Schwebungen auftreten, dann werden die Wahrnehmungsfilter richtig gefordert.
Diese Neben-Schwebungen erschweren das präzise Stimmen des einzelnen Tons. Von Klavierspielern werden diese Störungen übrigens oftmals dem Klang zugeordnet. Manche Marke mit einem ganz besonderen da eigenen Klang weist bei genauem Hinhören aber lediglich eine Vielzahl von Neben-Schwebungen auf. Anders formuliert: Instrumente mit einem besonderen Klang sind häufig auch besonders schwer zu stimmen.
Zu den Themen Stimmen nach Gehör Wer nicht hören will, muss sehen!Wir kommen nun zu der alternativen Methode des Klavierstimmens mit elektronischem Messgerät. Stimmgeräte bieten häufig die Wahl zwischen der akustischen Vorgabe des zu stimmenden Tons und der visuellen Anzeige der gemessenen Tonhöhe. In der Regel wird die visuelle Anzeige verwendet.
Das Sehen unterscheidet sich neuronal vom Hören insofern, als das Auge mit dem Sehzentrum lediglich über ein Neuron verbunden ist. Dagegen sind beim Hören zwischen Ohr und Hörzentrum 4 bis 5 Neurone zwischengeschaltet. Beim Hören vervielfältigt sich von Neuron zu Neuron die Menge der verarbeiteten Informationen. Musik entsteht also erst im Kopf! Damit ist zum einen festgestellt, dass
Wenn Sie mit einem Frequenzmessgerät stimmen, dann müssen Sie also nichts hören, sondern lediglich auf die Anzeige des Geräts schauen. Nein, das ist natürlich zu diesem Thema noch nicht das letzte Wort. Wir kommen im Zusammenhang mit der Hybrid-Stimmtechnik noch einmal darauf zurück, denn als Alternative zum Hören müssten Sie dem Stimmgerät auch vertrauen können - und das setzt eine entsprechende Erfahrung voraus!
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Wie genau werden Töne eigentlich angezeigt?Wenn Sie die Tonhöhe anhand der Anzeige eines Frequenzmessgeräts analysieren, dann haben Sie hier die Wahl zwischen zwei verschiedenen Darstellungen:
Das sollten Sie wissen und nach Möglichkeit selbst ausprobieren, welche Anzeige für Sie die genaueren Ergebnisse liefert. Damit verbunden ist dann auch die Frage, ob es die teuere Version sein muss oder die preisgünstigere Variante sein kann. Das Kriterium für Ihre Entscheidung zugunsten einer der beiden Anzeigen ist die erreichbare Präzision der Stimmung.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Wie leistungsfähig sind die Geräte bei einer abweichenden Grundtonhöhe?Bei den meisten Frequenzmessgeräten kann man die Grundtonhöhe verändern. Bei manchen Geräten geht man dabei in 1-Hertz-Schritten vor. Teurere Versionen ermöglichen die Änderung sogar in Cent-Schritten. Doch wichtiger ist die Antwort auf die Frage, in welchem Bereich man die Tonhöhe anpassen kann. Kann man die Grundtonhöhe lediglich um 10 Hertz verändern oder ist mehr möglich? Diesen Punkt sollte man entsprechend der Anforderungen berücksichtigen.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Dieses Programm sollte ein Klavierstimmgerät haben!Wenn Sie Klavierstimmungen mit einem Hör-Lust-Faktor anstreben, dann sollten Sie sich für die Stimmung eines Klaviers oder Flügels ein Frequenzmessgerät besorgen, das Spreizungen ermöglicht.
Anmerkung: Wie bereits im Rahmen der Kriterien für eine gute Stimmung erläutert, sind die Spreizungen eine Besonderheit der Klavierstimmung. Frequenzmessgeräte mit einer festen Programmierung bieten zusätzlich zum Gehör eine Orientierung, aber bezüglich der instrumentenspezifischen Spreizung der Teiltöne nicht in jedem Fall die perfekte Lösung.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Weniger Leistung für einen geringeren PreisVor allem die preisgünstigen Frequenzmessgeräte können nicht den ganzen Tonumfang eines Klaviers messen. Bei manchen Geräten fehlt jeweils die oberste und unterste Oktave. Wer hier spart, spart am falschen Ende. Denn gerade diese beiden Oktaven sind schwerer zu hören. Dummerweise beweisen die Stimmgeräte selbst, dass diese Bereiche schwer zu hören sind. Denn auch die Stimmgeräte haben hier Schwierigkeiten, die Daten im Bass sowie in obersten Diskant exakt zu erfassen und einwandfrei darzustellen. Das beweist eindrucksvoll, dass eine umfassend stimmige Klavierstimmung ein Kunstwerk ist.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Wenn schon das Mikrofon weniger hört...Bei der Hardware sollten Sie vor allem auf die Leistungsfähigkeit des Mikrofons achten. Meiner Ansicht nach kann eine schlechte Hardware nicht durch eine gute Software ausgeglichen werden. Dies wird vor allem in den Extrembereichen wichtig. Beim Klavier und Flügel ist der Bass der kritische Bereich. Denn für die tiefen Töne müssten die Saiten eigentlich sehr viel länger sein, als es realisierbar ist. Daher behilft man sich mit dem Trick, die Kernsaiten aus Stahl mit einem schweren Material zu umwickeln. Dies verlangsamt die Schwingung der Saite und so erzeugt man die Illusion von tiefen Tönen. Dabei entsteht im Bass das Phänomen so genannter Residualtöne. Bei diesen ist der Grundton weniger stark ausgeprägt als einer der Obertöne. Dieses Problem lösen die teueren Frequenzmessgeräte, indem sie so programmiert sind, dass sie anstelle des Grundtons z.B. den vierten oder sechsten Oberton messen.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Prüfen Sie das Angebot genauDie Entwicklung ging einst von den Stimmgeräten für Gitarren aus. Daher sind auch die meisten Frequenzmessgeräte für Gitarren gedacht. Dies zeigt sich unter anderem
Selbst wenn das Stimmgerät historische Stimmungen anbietet, so ist das noch kein ausreichender Beweis dafür, ob es sich um ein Klavierstimmgerät handelt. Genau genommen wäre es auch in diesem Fall am Besten, wenn Sie das Gerät am Klavier testen können. Großartig wäre eine Möglichkeit, verschiedene Stimmgeräte unterschiedlicher Qualität direkt in der Praxis miteinander vergleichen und auf dieser Beurteilungsgrundlage entscheiden zu können, welche Preis-Leistungs-Klasse es für Ihre Ansprüche sein muss, kann oder darf.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Zeitgemäße Möglichkeiten nutzenDa Sie mit einem Frequenzmessgerät zum Hören die Alternative des Sehens angeboten bekommen, können Sie insgesamt entspannter arbeiten. Wie oben bereits ausgeführt, ist das Sehen neuronal direkter verschaltet als das Hören, erfordert daher weniger Konzentration und verbraucht somit weniger Energie. Sie haben aufgrund der Orientierung an der visuellen Anzeige des Stimmgeräts das Gefühl einer größeren Objektivität. Ob das tatsächlich so ist, wollen wir klären, wenn wir uns mit der von mir entwickelten Hybrid-Stimmtechnik beschäftigen.
Zu den Themen Stimmen mit Gerät Komplexe Informationen werden ständig über mehrere Sinneskanäle verarbeitetBei der Hybrid-Stimmtechnik verwende ich sowohl mein Gehör als auch ein Klavierstimmgerät. Diese beiden scheinbar gegensätzlichen Techniken verbinde ich zu einem harmonischen Ganzen, indem die eine Methode zum Einsatz kommt, wenn die andere an ihre Grenze stößt. In dem Zusammenhang kommt es zu der Verbindung zweier Sinneskanäle im so genannten Hörsehen. Das heißt, Augen und Ohren werden nicht mehr ausschließlich alternativ sondern gleichzeitig eingesetzt. Dadurch können die vielschichtigen Informationen beim Stimmen besser verarbeitet werden. Dieser Weg bietet sich förmlich an, da unsere Sinne (außer dem Sehsinn im Schlaf) ständig auf Empfang geschaltet sind. Wir sind es gewohnt, die Informationen über Augen und Ohren gleichzeitig zu verarbeiten. Die Mehr-Kanal-Verarbeitung der Information entspricht dem Prinzip der Ökonomisierung da sie aufgrund des Redundanzprinzips das Erkennen der über mehrere Sinneskanäle ermittelten Daten erleichtert. Insgesamt bewirkt diese technische Unterstützung beim Klavierstimmer eine spürbare Entlastung.
Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Wie entsteht eine Innovation?Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel! Mit anderen Worten: Genau genommen habe ich diese Methode gar nicht gesucht. Und doch war ich für diesen Weg offen. Denn meine Erfahrungen mit dem Klavierstimmen nach Gehör waren für mich unbefriedigend. Konkret war ich nicht damit zufrieden,
Daher war ich interessiert, als ich auf einen Kollegen traf, der ein Stimmgerät einsetzte. Folglich kaufte ich mir auch so ein Gerät. Aber ich blieb gegenüber der Methode und vor allem gegenüber der Software misstrauisch. Im Sinne einer vertrauensbildenden Maßnahme überprüfte ich immer wieder die Ergebnisse des Stimmgeräts mit meinem Gehör. Denn das war ja mein Vorteil: Zuerst hatte ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Cembalo- und Klavierbauer das Stimmen nach Gehör gelernt! Aufgrund meiner Kontrollen mittels Gehör kam ich in diesem ersten Stadium zu dem Ergebnis, dass die mit dem Gerät erreichte Stimmung meine Erwartungen nicht erfüllte. Denn ich glaubte, dass das Stimmen mit einem Gerät auf Anhieb genauso funktionieren müsste, wie das Stimmen mit meinem bis dahin über 20 Jahre geschulten Gehör! Also legte ich das Stimmgerät wieder zur Seite und arbeitete erst einmal weiter wie gewohnt.
Nach einiger Zeit startete ich einen neuen Versuch. Die Entwicklung ging vor allem am Anfang sehr langsam. Es gab eine Vielzahl von Fragen zu klären. Zum Beispiel warum die Ergebnisse von Gerätestimmungen bei verschiedenen Modellen unterschiedlich ausfallen. Oder wo nun die neuen Prioritäten liegen: Bei der modernen Technik oder beim menschlichen Ohr. Die Antworten auf diese Fragen führten mich zu der Entwicklung einer kombinierten Methode: Über 10 Jahre entwickelte ich anhand von circa 18.000 gestimmten Klavieren die Hybrid-Stimmtechnik. Konkret bedeutet das: Für jeden Entwicklungsschritt hatte ich circa 1000 Klavierstimmungen zur Verfügung.
Mein Misstrauen gegenüber der Software führte mich goldrichtig zur Innovation der Hybrid-Stimmtechnik, die nämlich Hören und Sehen vereint. Denn Stimmgeräte mit einer festen Programmierung können die Teilton-Spreizung von Klavieren verschiedener Größe mit Saiten unterschiedlicher Länge und Stärke nicht erfassen. Diese spezielle Leistung der Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten vollbringt nach wie vor mein Gehör mittels Kontrollen der entsprechenden Intervalle. Innerhalb der Hybrid-Stimmtechnik behält das Gehör die letzte Entscheidung. Denn das Klavierspiel soll sich ja gut anhören!
Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Neue Dimensionen im Kundendienst für KlavierspielerWenn ich zurückblickend meine Ergebnisse von früher und heute vergleiche, so hat sich dieser Weg sowohl für meine Kunden als auch für mich gelohnt. In Verbindung mit der mittlerweile erarbeiteten Routine entlastet die Methode der Hybrid-Stimmtechnik meine Konzentration. Aus der sich nach außen verschließenden Kon-Zentration entwickelte sich dank der Entlastung eine sich gegenüber dem Umfeld öffnende Auf-Merksamkeit. Das war die Voraussetzung dafür, dass sich der Dialog mit meinen Kunden intensivieren konnte.
Bislang lautete meine Beschreibung der komplexen Wirkung der einzelnen Komponenten der guten Stimmung folgendermaßen: "Die Präzision des Einzeltons, die Spreizung der Stimmung sowie der Wohltemperierte Klang stimulieren das Gehör positiv." Heute würde ich aufgrund der Rückmeldungen meiner Kunden die Tragweite der guten Stimmung umfassender formulieren:
Präzision und Spreizung beeinflussen bereits den Klang und bewirken, dass sich das Harmonie-Potenzial einer guten Klavierstimmung entfalten und auf die Klavierspieler übertragen kann!
Wie oben bereits oben angeführt, ermöglicht die Hybrid-Stimmtechnik eine veränderte Wahrnehmung gegenüber dem gesamten Spektrum des Klavierspiels. Neben der Stimmung finden daher die beiden Faktoren des Wohlklangs sowie der Spielart eine wesentlich stärkere Beachtung. Das liegt ganz im Interesse der Bemühungen des Kundendienstes. Denn der Wohlklang garantiert Entspannung und die Spielart optimiert das Spiel-Gefühl. Die verbesserte emotionale Ausdrucksmöglichkeit steigert wiederum die Spiel-Freude, die im Ergebnis zu mehr Erfolg beim Üben führt. Aus der Last des Übens wird so die Lust am Spielen! Das Ziel des Kundendienstes besteht darin, es zu ermöglichen, dass die Kunden sowohl ökonomisch lernen als auch mit Genuss Klavier spielen können.
Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Nachvollziehbarkeit als Kriterium für die KundenorientierungAufgrund meiner transparenten Vorgehensweise werden die Ergebnisse der Hybrid-Stimmtechnik objektiv nachvollziehbar. So erklärt sich auch die hohe Akzeptanz meiner Kunden. Pianisten schätzen die Leistung einer guten Klavierstimmung, da sie aufgrund der Erfahrung an verschiedenen Instrumenten sowie mit unterschiedlichen Stimmern wissen, dass ein gutes Ergebnis keine beliebig reproduzierbare Standardleistung ist. Aus der Sicht der Klavierspieler war es daher längst überfällig, dass jemand im Bemühen um die Reproduktion der für die Gleichtemperierte Stimmung notwendigen Präzision die Methode der Hybrid-Stimmtechnik gefunden hat.
Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Das bislang scheinbar Unmögliche möglich machen als eine Übung des AlltagsIhre Praxistauglichkeit musste die Hybrid-Stimmtechnik von Anfang an beweisen: