Wie stimmt man ein Klavier?

Die Themen

Klavier stimmen nach Gehör

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Die Gleichtemperierte Stimmung
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Mathematik und Musik

Die Gleichtemperierte Stimmung ist unsere aktuelle Stimmung. Sie hat den Vorteil, dass man in allen Tonarten gleichermaßen spielen und somit auch die Tonarten beliebig wechseln kann.

Die Geschichte der Musik ist von Toleranzen bestimmt. Diese Aussage erklärt sich vor dem Hintergrund, dass Musik einstmals mehr Theorie als Praxis war. Musik war genau genommen Mathematik. Daher empfand man es als besonders unangenehm, dass Pythagoras vor rund 2.500 Jahren einen Rechenfehler entdeckt hatte. Wenn man nämlich von dem Tonraum eines Quintenzirkels zum Zweck der idealisierten Berechnung bestehend aus 12 reinen Quinten den scheinbar gleichen Tonraum aus 7 reinen Oktaven abzieht, dann ging man von der Annahme aus, dass es sich hier um den gleichen Tonraum handelt. Das heißt, es müsste eigentlich Null herauskommen. Aber es bleibt ein kleiner Rest. Dieser Rest bekam die Bezeichnung Pythagoräisches Komma. Das Problem wird bei Wikipedia anschaulich mittels der Quintenspirale dargestellt.

Zu dem Thema Gleichtemperierte Stimmung Sind Toleranz und Kreativität miteinander verbunden?
Toleranz und Stimmung

Das Pythagoräische Komma wurde bei den historischen Stimmungen so verteilt, dass in einigen Tonarten die hauptsächlich verwendeten Intervalle annähernd rein gestimmt waren. Diese Vorgehensweise hatte den Nachteil, dass nicht alle Tonarten verwendbar waren. Im Lauf der Zeit wurde die Musik toleranter, nein die Musiker gingen toleranter mit dem Fehler um. Es wurden immer mehr Kompromisse zugunsten der Verwendbarkeit aller Tonarten zugelassen. Johann Sebastian Bach widmete diesem Fortschritt das "Wohltemperierte Klavier". Genau genommen war sein Werk eine ganz ausgezeichnete Werbung für den letzten Schritt auf dem Weg zu unserer Gleichtemperierten Stimmung, nämlich eine Werbung für die so genannte Wohltemperierte Stimmung bzw. die Wohltemperierten Stimmungen, da es davon zahlreiche Varianten gab. Das Problem der Quintenspirale wurde hier durch das Schließen des Kreises zu einem Quintenzirkel gelöst (siehe Robert Schroeters Diplomarbeit, S. 20, zweiter Absatz).

Bei der Gleichtemperierten Stimmung wird das Pythagoräische Komma gleichmäßig auf jeden Halbtonschritt verteilt. Außer der Oktave gibt es bei dieser Stimmung demnach keine reinen Intervalle.

Laut dem Neurologen Manfred Spitzer (Titel: "Mozarts Geistesblitze") ist die Reinheit der Oktave nur eine willkürliche Festlegung in unserem Kulturkreis. Tatsächlich kann im Zusammenhang mit der für das Klavier typischen Besonderheit der Spreizung die Reinheit der Oktave in Frage gestellt werden. Zum Beispiel im Rahmen von Stimmungen für Klavierkonzerte (= die so genannte Konzertstimmung) wird diese Grenze bereits zugunsten der jeweiligen Zielstellung überschritten.

Was heißt das konkret, dass die Grenze der Konzertstimmung zugunsten der jeweiligen Zielstellung überschritten wird? Nun das bedeutet, dass die Grenzen der Klavierstimmung bei Konzerten gemeinsam mit einem Orchester in der Spreizung derart verschoben werden, dass der Sollwert der reinen Oktaven zugunsten der Intervalle innerhalb der Oktave nicht eingehalten wird. Hier handelt es sich um einen Fall, bei dem der Klavierstimmer versucht, einen Ausgleich zwischen den Instrumenten zu schaffen, die imstande bzw. nicht imstande sind, Intervalle in der Tonhöhe anzupassen (Intonation). Das heißt, dass die Lösung dieses Problems nicht nur dem Klavierservice obliegt, sondern zusätzlich davon abhängt, ob man einen Klavierstimmer zur Hand hat, der bereit und fähig ist, die Grenzen im Interesse des musikalischen Kompromisses kontrolliert zu verschieben.

Anmerkung: Vielleicht verstehen Sie noch nicht, warum ich hier von einem Problem schreibe. Daher will ich diesen Aspekt erläutern. Musikern geht es beim Musizieren darum, die Musik als Sprache der Gefühle möglichst intensiv gestalten zu können. Dazu benutzen sie unter anderem die Möglichkeit, die Intervalle entsprechend der beabsichtigten musikalischen Aussage etwas enger oder weiter zu intonieren. Diese Möglichkeit haben die Sänger, Streicher, Bläser und es gab mit dem Clavichord einst sogar ein relativ weit verbreitetes Tasteninstrument, das zur Intonation imstande war. Doch am Klavier gibt es bislang keine Möglichkeit die Tonhöhe im Spiel zu beeinflussen. In dem oben beschriebenen Fall des Zusammenspiels von Instrumenten aus diesen beiden unterschiedlichen Gruppen löst bzw. reduziert der versierte Stimmer die daraus entstehende Problematik. Versetzt man sich in die Situation Johann Sebastian Bachs, der mit den Einschränkungen der damals üblichen Mitteltönigen Stimmung derart unzufrieden war, dass er nach einer anderen Stimmung gesucht hat, muss diese Unfähigkeit zur Intonation des Klaviers aus der Sicht der Klavierspieler unbefriedigend sein. Nun verstehen Sie vermutlich die Sensibilität des Themas, das genau genommen ein Tabu ist. Weitere Informationen dazu finden Sie in meinem Blog Pianomotions.

Der Hinweis auf die Anwendung der Stimmung anlässlich eines Konzerts verrät, dass diese Art zu stimmen eine Rarität ist. Das verleiht dieser Konzert-Stimmung einen exklusiven Charakter. Gleichzeitig verschleiert der Mythos des Sagenhaften den konkreten Blick auf die Technik der Stimmung. Grenzüberschreitungen tragen ja immer etwas Geheimnisvolles in sich. Die Erweiterung des Bestehenden muss sich daran messen lassen, ob es auf diesem Weg gelingt, den Hör-Lust-Faktor zu steigern. Wenn das der Fall ist, wird aus dem Geheimnis ein Wunder und dann verteilt unser Hörzentrum gerne die Bewertung SAGENHAFT. Denn wir spüren die zauberhafte Wirkung einer Wohlfühlstimmung über die von dem Neurologen António Damásio so benannten Somatischen Marker entweder in Form eines anregenden Kribbelns beim Gänsehautfeeling oder als ein entspannendes und somit harmonisierendes Bauchgefühl tatsächlich körperlich!

Wie grenzwertig die Spreizung sein kann, verdeutlicht Stefan Knüpfer (Cheftechniker von Steinway-Austria) anläßlich der Aufnahmen der CD Die Kunst der Fuge, komponiert von Johann Sebastian Bach, eingespielt von Pierre-Laurent Aimard, der 2009 als Pianist mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden ist. Nach Stefan Knüpfers Worten hat er den Flügel für diese Studioaufnahmen derart gespreizt gestimmt, dass die traditionell scheinbar klare Trennlinie zwischen Stimmung und Verstimmung aufgehoben wird. Allen Interessierten empfehle ich den im Herbst 2010 gestarteten Kino-Film Pianomania, der sich im Kern der Film-Story um die bereits erwähnten CD-Aufzeichnungen dreht.

Meiner Ansicht nach gibt es gute Gründe, diese Super-Stimmung gerade Ihnen, den aktiven Klavierspielern anzubieten. Schließlich geht es im Wesentlichen um die positive Wirkung der Stimmung sowohl auf die Musiker als auch deren Zuhörer. Stimmungsmanagement eröffnet uns den Zugang, emotionale Befindlichkeiten gezielt anzusprechen. Dazu ist die Musik als die Sprache der Gefühle natürlich prädestiniert. Innerhalb der Musik bietet die Klavierstimmung das Phänomen, die Tendenz einer intrapersonellen Gefühlslage über den Transfer der musikalischen Stimmung gestalten zu können. Das heißt konkret, je nach der Art der Stimmung kann diese in uns ein breites Spektrum an Emotionen auslösen oder verstärken. Wie Sie oben gelesen haben, wirken die Somatischen Marker unseres Höreindrucks anregend oder entspannend. Vitalisierung beziehungsweise Harmonisierung sind insofern emergente Eigenschaften, da sie nicht in einzelnen Elementen der Klavierstimmung enthalten sind, sondern sich erst aus deren spezifischer Kombination hinsichtlich der erwünschten Wirkung ergeben.

Hinweis: Mehr Informationen zu sowie Hörbeispiele von historischen Stimmungen finden Sie unter dem folgenden Link www.praeludio.info. Hörbeispiele von aktuellen Stimmungen finden Sie unter www.praeludio.de/hoerbeispiele.html

Zu den Themen Stimmen nach Gehör Worauf hört eigentlich ein Klavierstimmer?
Die Schwebung

Der Klavierstimmer hört beim Stimmen auf die so genannten Schwebungen. Diese sind definiert als das An- und Abschwellen der Lautstärke von zwei Tönen, die nahe beieinander liegen.

Haben Sie bislang geglaubt, zwei Töne wären entweder als ein Ton oder eben als zwei verschiedene Töne hörbar, so erfahren Sie nun, dass es dazu noch zwei Zwischenstufen gibt:

  • Die erste Zwischenstufe ist die so genannte Schwebung.
  • Die nächste Stufe im Übergang von einem zu zwei Tönen nennt man eine Rauheit.

Diese beiden Zwischenstufen im Übergang von einem zu zwei verschiedenen Tönen verleihen dem Klang des einzelnen Tons eine leichte bis starke Schärfe. Das Gegenteil ist der präzise Ton, der einen

  • runden,
  • weichen,
  • im Idealfall vollen

und daher angenehm zu hörenden Klang besitzt. Das erklärt sich daraus, dass der Ton des Klaviers und Flügels erzeugt wird, indem über die meisten Tasten 3 bzw. 2 Saiten gleichzeitig angeschlagen werden. Deren Übereinstimmung bzw. Differenz sind ein Element, das den Klang beeinflusst.

Wie auf der Eingangsseite beim Thema der Gleichtemperierten Stimmung erwähnt, werden beim Klavier und Flügel die Intervalle nicht ganz rein gestimmt. Das heißt, die Intervalle müssen mehr oder weniger schweben. Das Kunstwerk der Gleichtemperierten Stimmung beinhaltet daher klanglich die so genannte natürliche Brillanz der Stimmung. Wenn man sowohl die Verteilung des Pythagoräischen Kommas sowie die Spreizungskurve ideal miteinander in Einklang bringt, dann ist das quasi der Bonus im Sinne einer Emergenz von untergeordneten Elementen der Stimmung, den man erreichen kann. Dabei ist bemerkenswert, dass die Unvorhersehbarkeit ein wesentliches Element der Emergenz ist. Daher werden bei Klavierstimmungen selbst erfahrene Stimmer oftmals vom Ergebnis überrascht. Damit meine ich konkret, dass man beim Stimmen z.B. feststellt, dass in dem Instrument die unreinen Saiten überwiegen. Daher erwartet man genau genommen kein allzu gutes Ergebnis. Wenn man aber alle anderen Kriterien der Klavierstimmung konsequent verfolgt, kann sich am Ende dennoch eine gute Stimmung ergeben.

Grundsätzlich kommt es bei der Gleichtemperierten Stimmung darauf an, dass z.B. alle Terzen in allen Tonarten gleich schweben. Wichtig ist hier anzumerken, dass die Intervalle nicht gleich schnell sondern gleichmäßig schweben sollen. Daher nennt man die Gleichtemperierte Stimmung auch Gleich-Schwebende Stimmung.

Um also ein Klavier gleichtemperiert stimmen zu können, muss der Stimmer nicht nur Schwebungen hören. Zusätzlich benötigt er (bzw. sie) das erfahrungsbedingte Wissen, welche Intervalle wie schnell bzw. langsam schweben dürfen. Denn die Systematik einer Gleichtemperierten Stimmung soll es ermöglichen, dass Sie nicht nur in allen Tonarten spielen sondern folglich auch beliebig zwischen den Tonarten wechseln können. Darin besteht gegenüber den Wohltemperierten Stimmungen der Fortschritt der heute aktuellen Gleichtemperierten Stimmung.

Zu den Themen Stimmen nach Gehör Welche Vorstellung haben Sie von einer Teiltonspreizung?
Die Inharmonizität

Hintergrundwissen: Der Ton eines akustischen Instruments besteht aus einem Grundton sowie den so genannten Obertönen. Die Obertöne sind die ganzzahligen Vielfachen der Frequenz des Grundtons. Dieses komplexe Klanggebilde eines akustischen Instruments nenne ich Voll-Wert-Klang! Denn gerade die Vielschichtigkeit des natürlichen Tons empfindet unser Gehör als eine reizvolle Herausforderung.

Der typische Klang eines Instruments setzt sich aus der spezifischen Kombination der Obertöne sowie der Art der Tonerzeugung zusammen.

Das Klavier hat nun im Vergleich mit anderen Saiteninstrumenten die folgende Besonderheit: Da die Töne erzeugt werden, indem sie von Klavierhämmern angeschlagen werden, muss die Klaviersaite im Vergleich zu den Saiten anderer Instrumente wie der Gitarre, der Geige, dem Cembalo, etc. einen höheren Widerstand bieten. Das heißt, die Saite weist im Klavier aufgrund ihrer höheren Zug-Festigkeit eine größere Steifigkeit auf. Die Steifigkeit der Klaviersaite verändert deren Schwingungsverhalten und das führt im Endeffekt zu einer leichten Spreizung der Obertöne.

Unsere Seele braucht Streicheleinheiten. Musik entspannt. Harmonie in Musik übersetzt heißt Konsonanz. Die Konsonanz fördert folglich unsere Entspannung. Daher wollen unsere Ohren Konsonanz hören, damit wir uns innerlich harmonisieren können! Wir wissen heute, dass sich Konsonanz zwischen mehreren Tönen ergibt, wenn diese Töne in ihren Obertönen übereinstimmen. Daher muss man die Oktaven eines Klaviers nicht rein sondern in Übereinstimmung der Obertöne mehr oder weniger gespreizt stimmen.

Zu den Themen Stimmen nach Gehör Inwiefern weichen Klaviere in der Stimmbarkeit voneinander ab?
Die Spreizung

Wie soeben festgestellt, muss man ein Klavier aufgrund der Spreizung der Obertöne auch hinsichtlich der Oktaven gespreizt stimmen. Das Problem ergibt sich nun daraus, dass es sich um die Spreizung der Obertöne innerhalb der einzelnen Klaviersaite handelt. Das bedeutet, dass der Grad der Spreizung im Wesentlichen abhängt von

  • der Länge und
  • der Dicke

der beim jeweiligen Klavier verwendeten Saiten.

Interessanterweise wird in der Literatur auch das so genannte Elastizitätsmodul des Saitenstahls erwähnt. Das ist zwar im Klavier nicht mehr zu messen. Aber dieser Hinweis erklärt, warum es bei manchen Klavieren zu erheblichen Abweichungen von der Norm kommt. Diese Abweichungen von der Norm wirken sich zum einen beim Stimmen und zum anderen auch bei der Stimmhaltung aus. Wichtig ist an dieser Stelle die Feststellung, dass vor allem das Stimmen mit einem Stimmgerät durch diese teilweise erheblichen Abweichungen von der linearen Berechnung der Spreizungskurven erschwert wird. Im Allgemeinen kann man zusammenfassend feststellen:

Kleine Klaviere haben eine andere Spreizungskurve als hohe Klaviere! Wer noch das Stimmen nach Gehör gelernt hat, der kann diese Unterschiede zwischen den verschiedenen Klavieren ausgleichen.

Anmerkung: Sicher ist nach den bislang genannten Punkten nachvollziehbar, dass eine gute Klavierstimmung ein Kunstwerk ist. Denn um eine gute Stimmung zu erreichen, muss man nicht nur Schwebungen hören sondern als Kriterium der Feinabstimmung auch die Übereinstimmung von Obertönen wahrnehmen können. Diese beiden Elemente zusammen erlauben es nämlich erst, eine optimale Spreizung zu erreichen! Dass dies teilweise völlig neue Hörerfahrungen sind, können alle berichten, die bereits an einem Praktikum im Selberstimmen teilgenommen haben.

Zu den Themen Stimmen nach Gehör Schwingungen, Schwebungen und Nebenschwebungen. Blicken Sie noch durch?
Nebenschwebungen und andere "Störungen"

Aufgrund meiner Ausführungen ist nun klar, dass sich jedes weitere Geräusch leistungsmindernd auswirkt. Doch ruhige Umgebungsbedingungen sind die Ausnahme. Der Klavierstimmer muss lernen, beim Stimmen störende Geräusche zu filtern. Über diesen speziellen Teil des Hörens beim Stimmen von Klavieren und Flügel finden Sie vertiefende Informationen in meinem Blog mit dem Titel Wie stimmt man ein Klavier nach Gehör? Problemlösungs-Strategien der Wahrnehmung beim Klavierstimmen.

Die möglichen Störungen sind vielfältig und unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, ob sie erklärbar sind oder nicht. Zum Beispiel sind Geräusche des Alltags erklärbar. Wenn jedoch nicht nur im Ton sondern auch noch innerhalb einzelner Saiten fremde Schwebungen als so genannte Neben-Schwebungen auftreten, dann werden die Wahrnehmungsfilter richtig gefordert.

Diese Neben-Schwebungen erschweren das präzise Stimmen des einzelnen Tons. Von Klavierspielern werden diese Störungen übrigens oftmals dem Klang zugeordnet. Manche Marke mit einem ganz besonderen da eigenen Klang weist bei genauem Hinhören aber lediglich eine Vielzahl von Neben-Schwebungen auf. Anders formuliert: Instrumente mit einem besonderen Klang sind häufig auch besonders schwer zu stimmen.

Als eine regelrechte Übertreibung werden Sie jetzt meinen Gedanken bewerten, dass der Presslufthammer diesbezüglich das Extrembeispiel einer akustischen Störung wäre. Aber was tun Sie als Klavierstimmer, wenn Ihnen dieser Sonderfall passiert? Am Ende dieser Seite finden Sie dazu ein beeindruckendes Hörbeispiel mit dem Titel Klavierstimmer gegen Presslufthammer.

Zu den Themen Stimmen nach Gehör Wer nicht hören will, muss sehen!

Das Klavierstimmen mit Frequenzmessgerät

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Sehen statt Hören

Wir kommen nun zu der alternativen Methode des Klavierstimmens mit elektronischem Messgerät. Stimmgeräte bieten häufig die Wahl zwischen der akustischen Vorgabe des zu stimmenden Tons und der visuellen Anzeige der gemessenen Tonhöhe. In der Regel wird die visuelle Anzeige verwendet.

Das Sehen unterscheidet sich neuronal vom Hören insofern, als das Auge mit dem Sehzentrum lediglich über ein Neuron verbunden ist. Dagegen sind beim Hören zwischen Ohr und Hörzentrum 4 bis 5 Neurone zwischengeschaltet. Beim Hören vervielfältigt sich von Neuron zu Neuron die Menge der verarbeiteten Informationen. Musik entsteht also erst im Kopf! Damit ist zum einen festgestellt, dass

  • das Hören (noch) subjektiver als das Sehen ist. Ferner kann man feststellen, dass
  • es schwieriger ist, hinzuhören als hinzusehen, da die Verarbeitung des Gehörten aufwendiger ist. Schließlich wissen wir heute, dass
  • das Gehirn sehr ökonomisch arbeitet. Das heißt, das Gehirn versucht Energie einzusparen, indem es möglichst viele Aufgaben als Routine zu erledigen versucht. Das Ökonomieprinzip wird unmittelbar nachvollziehbar, wenn man weiß, dass unser Gehirn am meisten Energie verbraucht (= 2 Prozent des Körpervolumens verbrauchen 20 Prozent Energie). Das Einsparen betrifft zuallererst die Aufmerksamkeit. Lernen hat demnach seine Basis in unserem Energiehaushalt. Denn durch Lernen kann ich meine Aufmerksamkeit einsparen und gelernte Tätigkeiten routiniert erledigen.

Wenn Sie mit einem Frequenzmessgerät stimmen, dann müssen Sie also nichts hören, sondern lediglich auf die Anzeige des Geräts schauen. Nein, das ist natürlich zu diesem Thema noch nicht das letzte Wort. Wir kommen im Zusammenhang mit der Hybrid-Stimmtechnik noch einmal darauf zurück, denn als Alternative zum Hören müssten Sie dem Stimmgerät auch vertrauen können - und das setzt eine entsprechende Erfahrung voraus!

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Wie genau werden Töne eigentlich angezeigt?
Die analoge und die digitale Anzeige

Wenn Sie die Tonhöhe anhand der Anzeige eines Frequenzmessgeräts analysieren, dann haben Sie hier die Wahl zwischen zwei verschiedenen Darstellungen:

  1. Nadelanzeige
  2. Stroboskop-Anzeige

Das sollten Sie wissen und nach Möglichkeit selbst ausprobieren, welche Anzeige für Sie die genaueren Ergebnisse liefert. Damit verbunden ist dann auch die Frage, ob es die teuere Version sein muss oder die preisgünstigere Variante sein kann. Das Kriterium für Ihre Entscheidung zugunsten einer der beiden Anzeigen ist die erreichbare Präzision der Stimmung.

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Wie leistungsfähig sind die Geräte bei einer abweichenden Grundtonhöhe?

Die Tonhöhen

Bei den meisten Frequenzmessgeräten kann man die Grundtonhöhe verändern. Bei manchen Geräten geht man dabei in 1-Hertz-Schritten vor. Teurere Versionen ermöglichen dieÄnderung sogar in Cent-Schritten. Doch wichtiger ist die Antwort auf die Frage, in welchem Bereich man die Tonhöhe anpassen kann. Kann man die Grundtonhöhe lediglich um 10 Hertz verändern oder ist mehr möglich? Diesen Punkt sollte man entsprechend der Anforderungen berücksichtigen. Wie stark die Tonhöhen in der Praxis des Klavierstimmens voneinander abweichen, können Sie anhand der Hörbeispiele anhand des Vergleichs unterschiedlicher Tonhöhen leicht feststellen.

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Dieses Programm sollte ein Klavierstimmgerät haben!

Wirkung von Spreizungen

Wenn Sie Klavierstimmungen mit einem Hör-Lust-Faktor anstreben, dann sollten Sie sich für die Stimmung eines Klaviers oder Flügels ein Frequenzmessgerät besorgen, das Spreizungen ermöglicht.

Anmerkung: Wie bereits im Rahmen der Kriterien für eine gute Stimmung erläutert, sind die Spreizungen eine Besonderheit der Klavierstimmung. Frequenzmessgeräte mit einer festen Programmierung bieten zusätzlich zum Gehör eine Orientierung, aber bezüglich der instrumentenspezifischen Spreizung der Teiltöne nicht in jedem Fall die perfekte Lösung.

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Weniger Leistung für einen geringeren Preis
Tonumfang

Vor allem die preisgünstigen Frequenzmessgeräte können nicht den ganzen Tonumfang eines Klaviers messen. Bei manchen Geräten fehlt jeweils die oberste und unterste Oktave. Wer hier spart, spart am falschen Ende. Denn gerade diese beiden Oktaven sind schwerer zu hören. Dummerweise beweisen die Stimmgeräte selbst, dass diese Bereiche schwer zu hören sind. Denn auch die Stimmgeräte haben hier Schwierigkeiten, die Daten im Bass sowie in obersten Diskant exakt zu erfassen und einwandfrei darzustellen. Das beweist eindrucksvoll, dass eine umfassend stimmige Klavierstimmung ein Kunstwerk ist.

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Wenn schon das Mikrofon weniger hört...
Hardware

Bei der Hardware eines Klavierstimmgeräts sollten Sie vor allem auf die Leistungsfähigkeit des Mikrofons achten. Meiner Ansicht nach kann eine schlechte Hardware nicht durch eine gute Software ausgeglichen werden. Dies wird vor allem in den Extrembereichen wichtig. Beim Klavier und Flügel ist der Bass der kritische Bereich. Denn für die tiefen Töne müssten die Saiten eigentlich sehr viel länger sein, als es realisierbar ist. Daher behilft man sich mit dem Trick, die Kernsaiten aus Stahl mit einem schweren Material zu umwickeln. Dies verlangsamt die Schwingung der Saite und so erzeugt man die Illusion von tiefen Tönen. Dabei entsteht im Bass das psychoakustische Phänomen so genannter Residualtöne. Bei diesen ist der Grundton weniger stark ausgeprägt als einer der Obertöne, was genau genommen einer Umkehrung der Theorie der normalen Gewichtung zwischen Grundton und Obertönen entspricht. Das menschliche Gehör behilft sich laut Aussagen der Psychoakustik, indem wir auf der Grundlage der vorhandenen Obertöne den dazu passenden Grundton konstruieren. Dieses Problem lösen die teuren Frequenzmessgeräte, indem sie so programmiert sind, dass sie anstelle des Grundtons z.B. den vierten oder sechsten Oberton messen.

Kleiner Exkurs zur Stimmbarkeit von Klavieren im Bass:

Tatsächlich ist es beim Stimmen von Pianos so, dass es im Bass nur in Ausnahmefällen das Sowohl... als auch... gibt. Konkret meine ich damit, dass es im Bass wichtiger ist, dass die Oktaven im Abstand von zwei Oktaven als im üblichen Abstand einer Oktave stimmen. Für die gut hörenden Klavierspieler ist es häufig eine nicht akzeptable Störung, wenn die Oktaven nicht stimmen. Wenn man ihnen dann zeigt, dass die Stimmung aber über zwei Oktaven passt, dann braucht es die Erläuterung, dass die tiefen Töne ja in der Regel als Untermauerung der höheren Lagen dienen und daher zu diesen passen müssen. Aus dem Wissen heraus, dass die Inharmonizität der Klaviersaiten im Bass teilweise extrem ausfällt, vermeiden Komponisten in der Regel den Einsatz kleinerer Intervalle im Bass.

Die soeben angesprochenen Sonderfälle beziehen sich z.B. auf Bass-Saiten der Herstellers Hellerbass®. Ein außergewöhnlich gut stimmbarer Bass möglicherweise unter Verwendung von Basssaiten dieses Herstellers ist mir nur bekannt von Pianos von Mason-Hamlin. Bei diesem Klavierhersteller aus USA ist aber nicht nur der Bass sondern das ganze Piano sehr gut zu stimmen. Das verstehe ich als einen Hinweis, einen genauen Blick auf die Konstruktion zu werden. Hier entdeckt man bei Mason-Hamlin die so genannte Crown-Retention als einen wesentlichen Unterschied zu anderen Klavierherstellern. Der Hintergrund für diese Konstruktion wird sehr schön bei Wikipedia im Kapitel Tension Resonator beschrieben.

Somit lässt sich begründet hinterfragen, ob die Argumentation mit den Residualtönen bei Klavieren im Bass auf ein Phänomen der Psychoakustik oder aber auf die geringe Qualität der als Standard verbauten Basssaiten zurückzuführen ist. Der kritische Charakter dieser Frage wird von der neuen (Juli 2015) Information unterstützt, dass nämlich die untere Grenze des menschlichen Hörens nicht wie bislang angenommen bei 20 Hertz sondern bei 8 Hertz liegt! Denn das bedeutet, dass wir nicht darauf angewiesen sind, uns über höhere Stellvertretertöne die Grundtöne zu errechnen, da wir selbst die tiefsten Töne, also bis zum C2, des über 8 volle Oktaven verfügenden Ausnahmeflügels Imperials von Bösendorfer hören können!

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Prüfen Sie das Angebot genau
Gitarren- oder Klavierstimmgerät

Die Entwicklung ging einst von den Stimmgeräten für Gitarren aus. Daher sind auch die meisten Frequenzmessgeräte für Gitarren gedacht. Dies zeigt sich unter anderem

  • an dem geringen Tonumfang,
  • an der nur eingeschränkten Möglichkeit, die Tonhöhe zu ändern,
  • an der Nadelanzeige,
  • an fehlenden Spreizungen und daher zuletzt auch
  • am Preis der angebotenen Stimmgeräte.

Selbst wenn das Stimmgerät historische Stimmungen anbietet, so ist das noch kein ausreichender Beweis dafür, ob es sich um ein Klavierstimmgerät handelt. Genau genommen wäre es auch in diesem Fall am Besten, wenn Sie das Gerät am Klavier testen können. Großartig wäre eine Möglichkeit, verschiedene Stimmgeräte unterschiedlicher Qualität direkt in der Praxis miteinander vergleichen und auf dieser Beurteilungsgrundlage entscheiden zu können, welche Preis-Leistungs-Klasse es für Ihre Ansprüche sein muss, kann oder darf.

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Zeitgemäße Möglichkeiten nutzen
Entspanntes Arbeiten

Da Sie mit einem Frequenzmessgerät zum Hören die Alternative des Sehens angeboten bekommen, können Sie insgesamt entspannter arbeiten. Wie oben bereits ausgeführt, ist das Sehen neuronal direkter verschaltet als das Hören, erfordert daher weniger Konzentration und verbraucht somit weniger Energie. Sie haben aufgrund der Orientierung an der visuellen Anzeige des Stimmgeräts das Gefühl einer größeren Objektivität. Ob das tatsächlich so ist, wollen wir klären, wenn wir uns mit der von mir entwickelten Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© beschäftigen.

Zu den Themen Stimmen mit Gerät Komplexe Informationen werden ständig über mehrere Sinneskanäle verarbeitet

Die Hybrid-Stimmtechnik primaTEK©

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Definition

Bei der Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© verwende ich sowohl mein Gehör als auch ein Klavierstimmgerät. Diese beiden scheinbar gegensätzlichen Techniken verbinde ich zu einem harmonischen Ganzen, indem die eine Methode zum Einsatz kommt, wenn die andere an ihre Grenze stößt. In dem Zusammenhang kommt es zu der Verbindung zweier Sinneskanäle im so genannten Hörsehen und den damit verbundenen Emergenz-Effekten. Das heißt, Augen und Ohren werden nicht mehr ausschließlich alternativ sondern gleichzeitig eingesetzt. Dadurch können die vielschichtigen Informationen beim Stimmen besser verarbeitet werden. Dieser Weg bietet sich förmlich an, da unsere Sinne (außer dem Sehsinn im Schlaf) ständig auf Empfang geschaltet sind. Wir sind es gewohnt, die Informationen über Augen und Ohren gleichzeitig zu verarbeiten. Die Mehr-Kanal-Verarbeitung der Information entspricht dem Prinzip der Ökonomisierung da sie aufgrund des Redundanzprinzips das Erkennen der über mehrere Sinneskanäle ermittelten Daten erleichtert. Insgesamt bewirkt diese technische Unterstützung beim Klavierstimmer eine spürbare Entlastung.

Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Wie entsteht eine Innovation?
Mein Weg

Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel! Mit anderen Worten: Genau genommen habe ich diese Methode gar nicht gesucht. Und doch war ich für diesen Weg offen. Denn meine Erfahrungen mit dem Klavierstimmen nach Gehör waren für mich unbefriedigend. Konkret war ich nicht damit zufrieden,

  • wenn die Stimmung im Diskant abzufallen schien, obwohl ich zuvor die Oktaven sauber im Sinne von rein gestimmt hatte.
  • Ferner produzierte eine unreine Saite nicht nur im Ton Nebenschwebungen sondern auch in mir selbst eine erhöhte innere Reibung, da ich mich über diese überflüssige Verschwendung meiner Aufmerksamkeit ärgerte. Der Ärger wiederum bewirkte, dass ich mich noch mehr konzentrieren und somit gegenüber meiner Umwelt stärker verschließen musste.
  • Jede Klavierstimmung war grundsätzlich hinsichtlich des Einsatzes der Aufmerksamkeit mit sehr viel Energie verbunden. Das wird nun verständlich. Denn der Stimmer ist in der Ausrichtung seiner Wahrnehmung innerlich gespalten: Einerseits soll er genau hinhören. Andererseits gibt es aufgrund der komplexen Informationen des einzelnen Tons am Piano sowie zahlreicher möglicher Störungen so viel zu filtern, dass der Klavierstimmer mehr mit dem Weg- als mit dem Hinhören beschäftigt ist.

Daher war ich interessiert, als ich auf einen Kollegen traf, der ein Stimmgerät einsetzte. Folglich kaufte ich mir auch so ein Gerät. Aber ich blieb gegenüber der Methode und vor allem gegenüber der Software misstrauisch. Im Sinne einer vertrauensbildenden Maßnahme überprüfte ich immer wieder die Ergebnisse des Stimmgeräts mit meinem Gehör. Denn das war ja mein Vorteil: Zuerst hatte ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Cembalo- und Klavierbauer das Stimmen nach Gehör gelernt! Aufgrund meiner Kontrollen mittels Gehör kam ich in diesem ersten Stadium zu dem Ergebnis, dass die mit dem Gerät erreichte Stimmung meine Erwartungen nicht erfüllte. Denn ich glaubte, dass das Stimmen mit einem Gerät auf Anhieb genauso funktionieren müsste, wie das Stimmen mit meinem bis dahin über 20 Jahre geschulten Gehör! Also legte ich das Stimmgerät wieder zur Seite und arbeitete erst einmal weiter wie gewohnt.

Nach einiger Zeit startete ich einen neuen Versuch. Die Entwicklung ging vor allem am Anfang sehr langsam. Es gab eine Vielzahl von Fragen zu klären. Zum Beispiel warum die Ergebnisse von Gerätestimmungen bei verschiedenen Modellen unterschiedlich ausfallen. Oder wo nun die neuen Prioritäten liegen: Bei der modernen Technik oder beim menschlichen Ohr. Die Antworten auf diese Fragen führten mich zu der Entwicklung einer kombinierten Methode: Über 10 Jahre entwickelte ich anhand von circa 18.000 gestimmten Klavieren die Hybrid-Stimmtechnik primaTEK©. Konkret bedeutet das: Für jeden Entwicklungsschritt hatte ich circa 1000 Klavierstimmungen zur Verfügung.

Mein Misstrauen gegenüber der Software führte mich goldrichtig zur Innovation der Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© , die nämlich Hören und Sehen vereint. Denn Stimmgeräte mit einer festen Programmierung können die Teilton-Spreizung von Klavieren verschiedener Größe mit Saiten unterschiedlicher Länge und Stärke nicht erfassen. Diese spezielle Leistung der Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten vollbringt nach wie vor mein Gehör mittels Kontrollen der entsprechenden Intervalle. Innerhalb der Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© behält das Gehör die letzte Entscheidung. Denn das Klavierspiel soll sich ja gut anhören!

Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Neue Dimensionen im Kundendienst für Klavierspieler

Das Ergebnis im Vergleich

Wenn ich zurückblickend meine Ergebnisse von früher und heute vergleiche, so hat sich dieser Weg sowohl für meine Kunden als auch für mich gelohnt. In Verbindung mit der mittlerweile erarbeiteten Routine entlastet die Methode der Hybrid-Stimmtechnik meine Konzentration. Aus der sich nach außen verschließenden Kon-Zentration entwickelte sich dank der Entlastung eine sich gegenüber dem Umfeld öffnende Auf-Merksamkeit. Das war die Voraussetzung dafür, dass sich der Dialog mit meinen Kunden intensivieren konnte.

Bislang lautete meine Beschreibung der komplexen Wirkung der einzelnen Komponenten der guten Stimmung folgendermaßen: "Die Präzision des Einzeltons, die Spreizung der Stimmung sowie der Wohltemperierte Klang stimulieren das Gehör positiv." Heute würde ich aufgrund der Rückmeldungen meiner Kunden die Tragweite der guten Stimmung umfassender formulieren:

Präzision und Spreizung beeinflussen bereits den Klang und bewirken, dass sich das Harmonie-Potenzial einer guten Klavierstimmung entfalten und auf die Klavierspieler übertragen kann!

Wie oben bereits oben angeführt, ermöglicht die Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© eine veränderte Wahrnehmung gegenüber dem gesamten Spektrum des Klavierspiels. Neben der Stimmung finden daher die beiden Faktoren des Wohlklangs sowie der Spielart eine wesentlich stärkere Beachtung. Das liegt ganz im Interesse der Bemühungen des Kundendienstes. Denn der Wohlklang garantiert Entspannung und die Spielart optimiert das Spiel-Gefühl. Die verbesserte emotionale Ausdrucksmöglichkeit steigert wiederum die Spiel-Freude, die im Ergebnis zu mehr Erfolg beim Üben führt. Aus der Last des Übens wird so die Lust am Spielen! Das Ziel des Kundendienstes besteht darin, es zu ermöglichen, dass die Kunden sowohl ökonomisch lernen als auch mit Genuss Klavier spielen können.

Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Nachvollziehbarkeit als Kriterium für die Kundenorientierung
Die Akzeptanz meiner Kunden

Aufgrund meiner transparenten Vorgehensweise werden die Ergebnisse der Hybrid-Stimmtechnik objektiv nachvollziehbar. So erklärt sich auch die hohe Akzeptanz meiner Kunden. Pianisten schätzen die Leistung einer guten Klavierstimmung, da sie aufgrund der Erfahrung an verschiedenen Instrumenten sowie mit unterschiedlichen Stimmern wissen, dass ein gutes Ergebnis keine beliebig reproduzierbare Standardleistung ist. Aus der Sicht der Klavierspieler war es daher längst überfällig, dass jemand im Bemühen um die Reproduktion der für die Gleichtemperierte Stimmung notwendigen Präzision die Methode der Hybrid-Stimmtechnik gefunden hat.

Zu den Themen der Hybrid-Stimmtechnik Das bislang scheinbar Unmögliche möglich machen als eine Übung des Alltags
Die Praxistauglichkeit

Ihre Praxistauglichkeit musste die Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© von Anfang an beweisen:

  • Über 10 Jahre arbeitete ich als freier Mitarbeiter mit einem Klavierlager zusammen. Dort wurden die Klaviere vor dem Transport und nach längerer Einlagerung gestimmt. Das heißt, die Instrumente waren nicht nur verstimmt sondern auch in der Grundtonhöhe zu tief. Das bedeutet: Die Klaviere mussten
    1. hinsichtlich des Kammertons höher,
    2. bezogen auf die einzelnen Töne genau und
    3. hinsichtlich der Stimmhaltung dauerhaft
    gestimmt werden - und zwar so, dass die Stimmung sogar den Extremfall des anschließenden Klaviertransports übersteht! Denn wenn das Klavier an seinem Ziel verstimmt ankommt, dann wären alle vorherigen Bemühungen im wahrsten Sinne des Wortes wertlos gewesen. Extrem wurden diese Bedingungen jedoch erst durch die organisatorischen Gegebenheiten und den ökonomischen Ansporn, diese Ziele nicht in mehreren Durchgängen sondern mit einem einmaligen Bearbeiten zu erreichen. Schritt für Schritt konnte ich mir über Jahre hinweg auch dank der Hinweise der in der industriellen Stimmarbeit bereits erfahrenen Kollegen mit der Hybrid-Stimmtechnik eine systematische Vorgehensweise erarbeiten, die alle 4 Kriterien erfüllt.
  • Ein weiterer Test, den die Hybrid-Stimmtechnik immer wieder aufs Neue erfolgreich besteht, ist der Einsatz bei Ihnen vor Ort an Klavieren und Flügeln, die zwischen 1860 und heute gebaut worden sind (siehe Stimmung eines 150 Jahre alten Klaviers auf der Seite www.praeludio.de/hoerbeispiele.html). Diese Instrumente umfassen immerhin ein Spektrum von rund 150 Jahren. Spontan fällt mir kein anderes Produkt ein, das einen so langen Zeitraum nicht nur überlebt hat, sondern immer noch mit Freude benutzt wird. Vor einem solchen historischen Hintergrund ist jedes Verfahren gefordert, zu differenzieren und sich an die jeweiligen Bedingungen anzupassen.
  • Im Rahmen meines Angebots zum Selberstimmen kann die Methode der Hybrid-Stimmtechnik beweisen, dass sie auch anderen beim Klavierstimmen zu guten Ergebnissen verhilft. Das ist der Fall, wenn man nämlich an die Grenzen des eigenen Gehörs oder an die Grenzen der Genauigkeit eines Stimmgeräts stößt.
  • Weitere Hörbeispiele von aktuellen Klavierstimmungen finden Sie unter www.praeludio.de/hoerbeispiele.html
  • Zur Stimmtechnik der aktuellen Gleichtemperierten Stimmung finden Sie auf www.praeludio.info Erläuterungen mit Hörbeispielen der korrekt schwebenden Intervalle dieses Stimmungssystems.
  • Ein besonders beeindruckendes Beispiel für den Einsatz der Hybrid-Stimmtechnik primaTEK© im Rahmen des Höherstimmens hören Sie im folgenden, da es hier nicht nur darum ging, das Klavier in nur einem Termin um 20 Hertz höher zu stimmen, sondern die Endstimmung im wahrsten Sinne des Wortes unter einem Presslufthammer im Souterrain des Hauses durchgeführt worden ist, an dem gerade massive Bauarbeiten im Gange waren. Hören Sie selbst:
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